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Mein
Tagebuch
| Den heutigen Tag habe ich bisher
recht nervös verbracht. Die letzten Besorgungen wurden im Laufe des
Tages eingekauft und ansonsten alles für meine Abreise vorbereitet.
So dass hoffentlich im Büro (und in meiner Everquest-Gilde) alles
glatt geht.
Den frühen Abend habe ich bisher
damit verbracht die bereitgelegten Klamotten in meine Koffer zu
verpacken. Hoffentlich vergesse ich nicht zuviel. Laut Wetterbericht
scheint sich der Herbst gerade in Wisconsin anzumelden. Ich werde
also eher zu langen Hosen tendieren.
Die Pausen beim Kofferpacken habe
ich bisher damit verbracht, mich mit TV oder einem Buch abzulenken,
hatte mich dann aber entschlossen ein Gerüst für mein
"Online-Tagebuch" schon einmal vorzubereiten und ins Netz
zu stellen.
Vermutlich werde ich gleich,
sobald ich im Flieger sitze, meine Familie vermissen. Schließlich
ist es doch eine weite Reise. (Und Flugzeugen vertraue ich nicht so
gerne, mal davon abgesehen dass ich eine relativ ausgeprägte Höhenangst
besitze.) Aber ich denke es geht alles gut und ich werde vermutlich
nach einer ca. 12 Stunden dauernden Flugreise ziemlich müde in den
USA ankommen. Da wir gegen die Zeitzonen fliegen, und ich vor der
Abreise auch bestimmt nur wenig oder überhaupt keinen Schlaf
bekommen werde, wird der Nachmittag der Ankunft sicher hart. Ich
bete jetzt schon, dass es keine großen Verspätungen geben wird.
Über die Emails aus den USA von
meinen Gastfamilien und das Bild habe ich mich auch sehr gefreut,
hatte ich doch selbst erst gestern die Namen und (Email-) Adressen
erhalten. Scheinbar ist man drüben auch mindestens genauso gespannt
wie ich hier.
Mehr vom Weg zum Flughafen und der
Reise als solche gibt es dann sobald ich über dem großen Teich
bin, und der erste Trubel sich gelegt hat. |
| Tja. Da bin ich nun. Im Land der
unbegrenzten Möglichkeiten. (Ab sofort muss ich statt "ü"
das "ue" benutzen, da ich diese deutschen Zeichen nicht
mehr auf der Tastatur habe...
Über die langen Reisen im Flugzeug
möchte ich nicht viele Worte verlieren. Ich fliege nicht sehr gerne
und war dementsprechend angespannt. Wobei ich froh war, dass unsere
Zwischenstops in Amsterdam und Detroit jeweils nur ca. 3 Stunden
betrugen. Es blieb also genug Zeit für eine Pause und dem Ein-
Auschecken, während es gleichzeitig nicht langweilig wurde.
Der Flug über den großen Teich
war natürlich der längste und an Schlafen war gar nicht zu denken.
Zum einen war ich natürlich etwas aufgeregt, zum anderen saßen wir
direkt vor der Leinwand für den Bordfilm. Das war schlimmer als die
erste Reihe im Kino. Und es war so störend, dass ich nicht schlafen
konnte.
Die Landung in Detroit war eine kleine Erlösung, und nun hieß es
den Zoll zu passieren. Wir mussten allerlei dämliche Fragen
beantworten, die wohl üblich sind. ("Haben Sie vor eine
Straftat zu begehen? Nehmen Sie Drogen?") Natürlich auch ob
wir etwas zu verzollen hätten. Aber außer 4 Tuben Senf war alles
ok.
Spaßig war es Christian mit seinem "Englisch" anzusehen,
da er wohl noch ein wenig ungeübter als ich ist. Es gab einige
verwirrte Gesichter, aber schließlich schafften wir es dann doch
alle über die letzte Grenze.
Der inneramerikanische Flug von Detroit nach Green Bay war dann
recht einfach, fast so, als ob man in Deutschland in einen Bus
umsteigt.
Direkt am Gate wurden wir dann von
unseren amerikanischen Gastfamilien erwartet, sie hatten extra ein
Banner mit Flagge ausgedruckt, auf dem "Willkommen
nach Amerika" zu lesen stand. (hihi).
Es gab eine herzliche Begrüßung und wir stellten uns gegenseitig
vor. Natürlich blitzte es auch ununterbrochen, da eine Menge Fotos
gemacht wurden.
Der erste Eindruck der Familien war super, und auch die
Englischkenntnisse schienen zu reichen, zumindest fuer's Erste.
Als das Gepäck eingesammelt war, ging es in ein nahegelegenes Hotel
der etwas besseren Gattung, wo wir eine Kleinigkeit zu Essen und
Trinken (ALE !!!) bekamen. Dort hielten wir uns den Nachmittag lang
auf (es war ca. 16:00 Uhr Ortszeit, als wir gelandet waren).
Es gab kleine Ansprachen und ein paar Offizielle des NWTC (Northeast
Wisconsin Technical College) waren auch gekommen, um uns zu begrüßen.
Mit meiner Gastfamilie besuchten wir ganz kurz ein Casino, aber nur
um mal reinzugucken. Ja, Las Vegas scheint nicht weit. Die meisten
Casinos hier werden von Indianerstämmen betrieben, die dafür sehr
leicht eine Lizenz bekommen. Das soll wohl so eine kleine Art
Wiedergutmachung von früher sein.
Draußen wurde es dann dunkel und
unsere Wege trennten sich erst einmal. Jeder fuhr mit seiner
Gastfamilie in Richtung Heimat, um das Haus und evtl. den Rest der
Familie kennen zu lernen. Ich denke jeder von uns sah zu diesem
Zeitpunkt bereits mehr wie eine lebende Leiche aus, da es nach
deutscher Zeit schon wieder früher Morgen war. Und vor dem Abflug
hatte kaum einer geschlafen.
Nachdem ich dem Ehemann und der Tochter meiner Gastfamilie
vorgestellt worden war, beschlossen wir noch ein High School
Football Team zu besuchen.
Da der Abend erst recht jung war (Ortszeit), und ich nicht mitten in
den Jetlag geraten wollte, ging ich natürlich mit. So ein School
Spiel wollte ich auch mal sehen, hatte ich ja bisher nur davon gehört
und im TV gesehen.
Tja, die typischen amerikanischen
"Tugenden" kamen dann auch hier zutage. Es waren eine
Menge Zuschauer da (Teenager und Eltern) die dem Spiel beiwohnten.
Außerdem die ca. 80koepfige Schulband und die Cheer Leader. (Es
gibt auch dicke Cheerleader...)
Es war lustig dem Spiel
zuzuschauen, ebenso wie die Amerikaner zu beobachten. Die meisten
hier scheinen wirklich sehr sportbegeistert zu sein und feuerten ihr
Team entsprechend an. Die "etwas verrückteren" deutschen
Fußballfans, kann man gut mit den hier ansässigen Teenagern
vergleichen.
Nachdem in der Halbzeit die
Holztribüne teilweise zusammenbrach (so eine Konstruktion würde in
Deutschland niemals zugelassen werden, mich wundert es, dass hier
noch keine Schule in den USA verklagt wurde....), beschloss ich dann
in besagter Halbzeit, die Heimreise anzutreten.
Ziemlich müde verschwand ich dann
auch schnell im Bett. Für den kommenden Samstag hatte ich mir erst
mal eine Fotosession des Hauses vorgenommen, denn es ist für
deutsche Verhältnisse einfach riesig, mit riesigem Garten. Die
wunderschöne Lage an einem großen Fluss (mit eigener Anlegestelle,
einem Motorboot und einem Jetski) wäre in Deutschland gar nicht zu
bezahlen. |
Wie eigentlich nicht anders zu
erwarten (Jetlag) verlief die erste Nacht recht unruhig. Gegen 3:00
Uhr Ortszeit (10:00 Deutschland) wachte ich dann zum ersten Mal auf
und ein ständiges dösen, einschlafen, aufwachen, einnicken,
aufschrecken bis ca. 10:00 Uhr war die Folge. Dann beschloss ich
endgültig aufzustehen, da diese Art zu liegen sowieso nicht so
erholsam war.
Während ich mich mit B.J. unterhalten habe und wir berieten, was
wir heute unternehmen könnten, rief dann auch schon German (mein
Ausbilder) an und fragte ob wir uns nicht alle um 13:00 Uhr treffen
könnten, um gemeinsam den ersten Tag zu verbringen da er die ersten
Eindrücke hören wollte und erfahren wollte, ob in den Gastfamilien
alles ok ist. Da ich noch ziemlich erschlagen vom ganzen Flug war,
und ein langsameres Programm mir recht kam, willigte ich ein.
B.J. brachte mich aber vorher noch zum "Farmer Market" und
zum "Flew Market". Beides war so eine Art Flohmarkt, wo
selbsthergestellte Dinge verkauft wurden. Im Gegensatz zu einem
deutschen Flohmarkt handelte es sich aber um neue Produkte. Das
meiste dabei drehte sich um Halloween. Neben einem ganzen Haufen
Kitsch, waren auch lustige Dinge dabei. So manche "Mutter"
wäre hier sicher gerne einmal bummeln gegangen. Veranstaltet werden
diese Märkte hier meistens von Schulen, die dann die Standmiete und
den Eintritt kassieren. Dafür hat man aber eine beheizte und
trockene Halle über dem Kopf.
Kaum wieder zu Hause kam auch schon
German um mich einzusammeln. Wir düsten fast sofort weiter und
sammelten auch Tobias noch ein. Gefahren wurden wir dabei von Erik,
dass war der Gastgeber von German. Nach einem kurzen Stop bei Eric
fuhren wir dann alleine weiter und wollten Christian und Timo
einsammeln. Nach einer längeren Suche fanden wir dann auch das Haus
von Christian, und die Begriffe "wooden area / close to me"
haben in Amerika wohl eine andere Bedeutung als in Deutschland...
Christian, der dem englischen wohl noch nicht so ganz gewachsen
(oder einfach zu müde) war, konnte aber nicht mitkommen. Wie wir
von seiner Hostfamilie erfuhren, hatte diese die komplette
Verwandtschaft und Timo zum Abendessen eingeladen. Das waren dann so
ca. 13 Gäste plus der 20jaehrigen Tochter und der ein klein wenig
älteren Oma.
Also fuhren wir drei wieder zurück zu Eric, waren ja nur ein paar
Meilen. (ca. 20). Für die hiesigen Verhältnisse also gar nichts.
Eric begleitete uns dann wieder ein wenig, um uns die Stadt zu
zeigen und eine Kleinigkeit zu essen. Wir durchquerten ein kleines
Einkaufszentrum, dass etwa doppelt so groß wie die Aschaffenburger
City Galerie war. Im ganzen betrachtet gab es hier das gleiche zu
kaufen wie in Deutschland, nur halt alles an einem Ort. Durch den
starken Dollar ($) waren die Preise aber uninteressant. (39$ für
ein etwas besseres T-Shirt, 24$ für ein "normales").
Nach der Einkaufstour ohne einzukaufen gab es einen kurzen Stop in
McDonalds. Schließlich müsste die Theorie, dass dieses Zeugs überall
auf der Welt gleich schmeckt, bewiesen werden.
Unser Fazit: "Everything in the USA is bigger then in germany.
Just the BigMac has the same size..."
Aber geschmeckt (McDonalds schmeckt???) hat es fast wie zu Hause.
Direkt im Anschluss wollten wir dann etwas ordentliches zu beißen
bekommen und besuchten eine der beiden Brauereien aus Green Bay.
Ich habe natürlich gleich 5 der Biersorten getestet, und sogar eine
gefunden die halbwegs schmeckt. (Red Ale). Als Abendessen haben wir
eine Spezialität des Hauses probiert, "Beer Cheese Soup".
Das ist eine Suppe mit einer Menge geschmolzenem (fettigen) Käse,
nur dass man statt Wasser für die Suppe frisch gebrautes Bier
verwendet...
Aber man konnte das Zeugs tatsächlich essen. Es sah zwar sehr merkwürdig
aus, stank nur nach Bier, aber es schmeckte tatsächlich. (Als
Deutscher, der sowieso viel Bier trinkt, fragt man sich, warum es
das noch nicht daheim gibt... wo es doch schon immer wieder heißt,
das Bier wäre das flüssige Brot...)
Nach dem Essen bummelten wir noch ein wenig, besuchten den
Arbeitsplatz von Eric (er ist Anwalt in einer der größten
Kanzleien in Green Bay.) und fuhren dann zu ihm nach Hause. Auch
hier gab es wieder ein paar Bier (Becks). Der erste Abend war also
recht lustig (es war keiner besoffen oder so was...).
Etwas später fuhren wir dann im dunklen in die Heimat (zu den
Gastfamilien) wo ich mich noch ein wenig mit diesen unterhalten habe
und mir das Haus mal genauer ansah. (Eine wirklich nette Ferienhütte...
Siehe die Bilder in der Bildergalerie).
Dann ging es ab in Bett :o) |
Der Sonntag war wirklich lustig
heute,
nach dem Aufstehen gab es gemeinsames Frühstück. Meine Gastfamilie
kam gerade aus der Kirche wieder (mich hatte man ausschlafen lassen
:o)
Sie machten ein "typisches amerikanisches Frühstück",
d.h. es gab so eine Art Omelett mit viel süßem Sirup, dazu
Kasslerfleisch und Bratkartoffeln (ungeschält). Um das ganze noch
zu verfeinern konnte man es mit geraspelten Walnüssen überstreuen
oder in Marmelade tauchen...
Wieder Erwarten schmeckte diese Zusammenstellung tatsächlich super,
und dass obwohl B.J. von sich auch sagte, sie könne nicht kochen.
Direkt nach dem Frühstück wurde
ich ins Auto eingeladen, da ich von meiner 2ten Gastfamilie, den
Schoenebeck's auf eine ROAD RALLEY eingeladen worden war.
Dazu treffen sich VIELE Amerikaner in ihren Autos bei einem Autohändler
der das ganze veranstaltet. In diesem Fall war es SATURN (die
moderne Art von Trabies.... die Autos waren alle aus Plastik).
Ich traf dort meine Gastfamilie und Tobias, der aus welchen Gründen
auch immer (*g*) auch eingeladen war.
Die Schoenebecks waren komplett angetreten, d.h. ihre beiden Söhne
waren auch dabei. (Der ältere, 20J. wohnt in einer Art
Studentenwohnheim).
Die beiden haben sich den ganzen Tag nur gebalgt. Ich meinte nur,
als ich mal klein war, so 10 Jahre alt, hätte ich das mit meinem
Bruder auch immer gemacht :o)
Ja, was ist eigentlich eine Road Rally?
Alle Teilnehmer treffen sich bei dem veranstaltendem Autohändler,
und wie es sich für Amerika gehört, im ganz großen Stil. (ALLES
in Amerika ist BIGGER THEN IN EUROPE -bis auf den BigMac, der ist
genauso klein und eklig).
Dann bekommt man eine Menge Witze
zu hören, wenn man wie wir als einziger KEINEN Saturn, sondern
Mitsubishi fährt. Als nächstes bekommen alle Teilnehmer einen
Zettel, mit der Strecke über
die die Rally gehen wird. Ebenso Aufgaben (Fragen) die es auf der
Fahrt zu lösen gilt.
Der Zettel sieht dann zum Beispiel so aus:
0.0 Miles turn right.
3.5 Miles turn left.
3.8 Miles turn left.
What is the cold water church?
What is the wet street crossing?
4.4 Miles right
4.5 Miles straight ahead.
etc.
Wenn alles gut klappt, kommt man am
Ende an einem Ort an, auf den einen Essen und Trinken erwartet. Dort
gibt man seinen Zettel ab, auf dem hoffentlich alle Fragen richtig
beantwortet sind. Dafür haben wir dann zum Beispiel für alle 6
Personen ein Mittagessen und 2 Tickets für den angrenzenden
Vergnügungspark bekommen.
Neben unzähligen Boxereien der
beiden Schoenebecks Jungen und damit viel zu lachen für uns, haben
wir uns dann mal beim Autoskooter gegenseitig umgefahren, in
irgendwelchen tödlichen Karussells versucht unser Essen bei uns zu
behalten, oder einfach nur "doofe" Fotos gemacht.
Wie für Amerika üblich, musste man bei jeder Gelegenheit
unterschreiben, dass man egal was auch passiert, niemanden verklagen
wird.
Nach dem Vergnügungspark
haben wir dann gleich im Anschluss einen
kleinen Zoo besucht, waren dort aber nicht sehr lange. Im Gegensatz
zu Deutschland werden hier aber jeden Sonntag Tiere
versteigert....(heute waren tropische Fische dran).
Auf dem Rückweg zur Wohnung, wo wir die beiden Söhne abliefern
wollten, da sie ab 17:00 Uhr arbeiten mussten (im Kino...), kamen
wir noch einmal an einem Minigolfplatz vorbei, der so groß war,
dass jeder GOLFer in Deutschland vor Neid erblassen würde.
In der Auffahrt machten wir noch
ein paar Bilder mit Selbstauslöser, die sicher unheimlich
peinlich/lustig werden dürften... wir spielten nämlich das "Schoenebeck
Selbstauslöser Spiel". D.h. wir mussten einen Parkcour laufen
und rechtzeitig zum Foto wieder da sein... Bin mal auf die fertigen
gespannt...
Den Nachmittag verbrachten wir dann
bei der Gastfamilie von Tobias, wo der Vater (Er ist Vizepräsident
einer großen Firma) für uns alle kochte. (Und der Mann könnte
Koch sein, von Beruf! *schmatz*).
Nebenbei beobachteten wir im TV, wie die Green Bay Packers ihr
eindeutig bestes Saisonspiel hinlegten und haushoch gewannen.
Dementsprechend gut war die Stimmung.
Nach dem Verschnaufen, es war schon Abends, sind wir dann noch etwas
bummeln gefahren. Man übertrage das mal auf Deutschland. Sonntag
Abend und wir gehen einkaufen....
Na ja. Mehr gibt es dann morgen...
:o) |
Montag....
Damit der erste Schultag.
Da ich etwas aufgeregt und nervös war, wachte ich entsprechend früh
auf. (Ich hatte keine Uhr im Zimmer und keine eigene dabei).
Nachdem ich die Dusche einem Härtetest unterzogen hatte (hier ist
alles irgendwie offen....man kann z.B. keine Tür abschließen, nur
die Haustuer. Und die ist bis auf nachts eigentlich auch immer
offen.
Den obligatorischen (europäischen) Kaffe bereitete ich mir dann
auch gleich zu, und dann ging es auch schon auf zum College.
Dort angekommen wurden wir erst einmal im "Multi Cultural
Center" begrüßt. Von dort aus ging es direkt in die
Cafeteria, wo extra für uns ein Frühstück (Süßes Babzeugs und
Donats -die deutschen Donats sind die besten,...Amerikaner können
keine Donats machen, bahhh) vorbereitet worden war. Typisch
amerikanisch, mit viel aufgeschäumten Kunststoff verpackt. Wir aßen
zusammen mit dem Collageleiter und einem Haufen Lehrer. Dann wurde
uns ziemlich viel an statistischen Daten über das College erzählt.
Und zwar so viel, dass ich immer freundlich lächelnd recht schnell
abgeschaltet hatte.
Anschließend startete dann die Collegetour, welche sich über fast
den ganzen Tag, nur unterbrochen von einem Mittagessen in der
"Kantine" hinauszog.
Tja, was soll ich zum College sagen. Es ist einfach riesig. Hier
wird so ziemlich jeder Beruf geschult, vom Polizisten, über
Truckfahrer bis hin zum Computerspezialist. Natürlich auch ein
Haufen Handwerker, Architekten, Bauarbeiter. Eigentlich so ziemlich
alles. Und das schönste davon ist, das College hat für jeden Beruf
nur die modernste und beste Technik.
Allein für Neuanschaffungen in der Technik und der Ausrüstung
werden hier jährlich 2.5 Millionen DM (eine gute Millionen US $)
ausgegeben.
Lustig fand ich auch die vielen Computerraume. Allein 1.000 Computer
stehen hier in "Open Computer Labs" für jeden bereit, der
sie nutzen möchte. (400MHz Pentium). Man kann damit im Internet
surfen (wie ich gerade) oder Selbstlernprogramme absolvieren.
Schreibt man sich zum Beispiel für einen Office 2000 Kurs ein,
zahlt man pro Programm das man lernt 30$, kauft die Bücher dazu
(ca. 60$) und kann über das ganze Semester verteilt dieses Programm
erlernen. Jeden Tag 7 Stunden lang, werden die Räume (derer gibt es
hier ca. 20) von je einem Lehrer betreut. (Geöffnet ist das College
von 06:00 bis 22:00 Uhr). Als besonderes Bonbon kann man die
erlernte Software für ca. 25$ im Schnitt im Anschluss kaufen. (Wenn
man die Abschlussprüfung bestanden hat). Das komplette Microsoft
Office 2000 Premium Edition kostet so zum Beispiel nur 30$. Ein
Traumpreis... (dummerweise langt die Zeit nicht, dass ich mich dort
einschreibe und z.B. einen Word Kurs absolviere und mir dann die
Software kaufen könnte....)
Irgendwann nachmittags hatten wir dann auch den ersten normalen
Unterricht. Wir waren in einem eben neu begonnenen Kurs (Attend
Network Structures). Dabei liefen wir durch das College und
bestaunten Token Ring Netzwerke (die nicht mehr benutzt werden) und
die modernen Fieberglasleitungen für die "Teaching over
Distance" Räume.
ToD (so kürze ich das ab, hehe) ist nichts anderes, als Klassenräume,
an denen jeder Sitzplatz mit einem Mikrofon ausgestattet ist.
Kameras nehmen den Klassenraum auf und an der Wand sind mehrere
riesige Fernseher angebracht. Mit Hilfe dieser Räume ist es möglich,
über große Entfernungen via Live Video zu unterrichten, bzw.
unterrichtet zu werden. (laut Stundenplan bin ich auch in einem
solchen Kurs *schauder*).
Ein Raum mit ca. 20 Plätzen kostet ca. 40.000$. Eine hübsche
Summe, wenn man bedenkt dass alle Räume zusätzlich noch mit
Fiberglasleitungen verbunden werden müssen, damit es keine Zeitverzögerung
gibt...
Den schulischen Abschluss des Tages bildete eine Einweisung in die
"Open Computer Labs", so dass wir fortan hier auch
schaffen können.
Nach der Schule sind wir fünf
(meine 3 Kollegen und mein Ausbilder), sowie 2 Gastfamilien dann
noch zu mir "nach Hause" gefahren, wo wir zum Abendessen
eingeladen waren. Es wurde fleißig gefuttert (Heiße Maiskolben mit
Butter und Salz schmecken fantastisch) und anschließend reisten die
einzelnen Familien dann ab und ich verschwand erschöpft in meinem
Bett. |
Dienstag, erster regulärer Schultag
nach Stundenplan.
Heute schaffte ich es, genau rechtzeitig um 06:30 aufzuwachen. (Ich
habe mittlerweile eine Wanduhr, aber ohne Weckfunktion). Das war
auch genau die Zeit, zu der ich sowieso aus den Federn musste.
Bereits im leichten Alltag huschte ich ins Bad, duschte, rasierte
mich und ging dann nach oben. Dort kochte ich mir meinen alltäglichen
"Guten Morgen" Kaffee und entdeckte eine dieser
amerikanischen Tassen mit Deckel und Trinkloch. (So eine, die den
Kaffee auch warm hält.)
Mit frischen, heißen Kaffe
ausgestattet, ging es dann zusammen mit B.J. erneut Richtung
College. Das "lockere" Collegeleben war nun ja vorbei, da
die Vorstellungsrunde zu Ende war. Ab heute heißt es dann, wie alle
anderen Amerikaner auch zu büffeln.
Der erste Kurs des Tages lautete dann "Network Administration
Class", was eigentlich ganz gut in mein Berufsbild passen
sollte. Der Lehrer, Larry Huber, scheint auch recht viel Erfahrung
auf seinem Gebiet zu haben.
Wir rannten im gesamten Network Unterricht quer durch die Schule und
verschafften uns einen Überblick, nach welchem (Chaos-) System
diese vernetzt war. Das war recht interessant anzuschauen, da die
Schule in kürzester Zeit von 200 vernetzten Rechnern mit
Internetzugang auf ca. 1.500 Rechner angewachsen war.
Dementsprechend chaotisch sah das ganze aus, und man war gerade
damit beschäftigt dieses Chaos nun einmal genauer zu untersuchen
und aufzulösen.
Die zweite Klasse, war Zeichnen. Meinen Versuch ein menschliches
Auge mit allen Merkmalen zu zeichnen, scanne ich vielleicht bei
Gelegenheit mal ein (hihi).
Die nächste Klasse war Grafikdesign, wir arbeiteten an brandneuen
MAC PCs mit Adobe Photoshop. Es ging zwar schnell und der Lehrer ist
genau das, was man sich unter einem zerstreuten Professor vorstellt,
aber es machte Spaß.
Die Stunde danach klang sehr spaßig, war es aber eher nicht. Wir
hatten Attend Web Design, was mit dem gleichen zerstreuten Professor
aber eher eine Qual war. Außerdem gab es nichts neues dabei für
mich. |
Mittwoch, Diskussionstag im College
und in der West High School.
Was das bedeutet?
Nunja. Die erste Klasse die wir heute besuchen sollten, erwartete
gespannt unsere Präsentationen. (Powerpoint Präsentationen über
die Ausbildung in Deutschland "Duales System", Die
Ausbildung in unserer Firma "Schneider Electric" und
einmal unseren speziellen Fall betrachtet.
Da es unter uns Azubi's nicht gerade Mode ist jeden Tag auf englisch
vor einer versammelten Mannschaft eine Präsentation zu halten,
waren wir auch eher wenig begeistert.
Mit viel Überredungskunst brachten wir unseren Ausbilder dazu, das
ganze zu verschieben. (Wir hofften für immer, aber daraus wurde
nichts).
So kam es, dass aus der geplanten Präsentation (die wir mit der
Begründung "Ups? Heute??? Ähm...ich bin nicht vorbereitet, es
ist ewig her,...blabla" verschoben hatten) eine
Diskussionsrunde werden sollte. Wir stellten uns als 5er Gruppe den
amerikanischen Schülern und beantworteten alle möglichen und unmöglichen
Fragen. ("Sprecht Ihr zu Hause mehr deutsch oder
englisch?")
Es gab typische Schülerfragen, wie nach der Altersgrenze zum
Alkohol trinken und die Unterschiede zwischen USA und Deutschland...
aber auch speziell von den Schülern im Unterricht besprochene
Sachen.
Diese Diskussionsrunde hat tatsächlich Spaß gemacht, und ich denke
beide Seiten hatten einiges davon. Im Gegensatz zu deutschen Klassen
stellten die Schüler hier auch Fragen, von zu Hause kenne ich da
meistens nur eine schweigende Runde im Klassensaal...
Nach dieser Stunde ging es weiter in eine kleine Marketingklasse, in
der eine entsprechende Diskussion wie eben vorgesehen war.
Wir beantworteten im Schnitt die gleichen Fragen wie gerade schon
einmal, hatten aber wieder Spaß. :o)
Nach dieser Klasse brachen wir direkt im Anschluss an die "West
High School" auf, auch hier sollten wir uns zwei Klassen mit
High School Schülern stellen und eine Diskussion führen.
Die Schule hier sah original aus wie in den typischen amerikanischen
Fernsehserien oder Spielfilmen. (Damit meine ich nicht die Art von
Schule, die total heruntergekommen wirkt und nur mit Polizeischutz
den Betrieb aufrecht erhalten kann...)
Es gab diese netten bunten "Locker" auf den Gängen und
Platz genug für die Schüler gab es auch.
Auch war hier keine Kleiderordnung Pflicht, wie es wohl vorwiegend
an Privatschulen der Fall ist. So rannten auch hier eine Menge Leute
ohne Socken und nur mit Latschen rum.
Die Schüler selbst waren dann auch wieder sehr gesprächig und an
einem Austausch mit uns interessiert. Wir bekamen auch langsam Übung
und wiederholten unsere Antworten.
Seltsamerweise (?) wurde die Alkoholfrage auch hier wieder gestellt,
ebenso ob alle deutschen Leute wirklich denken, dass alle Amerikaner
fett wären. (Es gibt hier schon eine Menge dicke Leute, deutlich
mehr als in Deutschland, aber dennoch ist die Mehrheit der Menschen
hier "normal" *g*).
Allgemeines Entsetzen löste auch hier wieder der Spritpreis in
Deutschland aus. Die Leute aus Green Bay leiden auch schon furchtbar
unter den 1.60$ pro Gallone Benzin. Man hatte auch hier einen
drastischen Anstieg im Ölpreis hinter sich. Dennoch ist der Preis für
Deutschland ein Traum,...
Die Schüler waren wirklich sehr nett und offen, wir hätten wohl
noch länger diskutieren können, aber die Stunde war schnell vorbei
und wir sollten nach einer kurzen Mittagspause in die nächste
Klasse hüpfen.
Das Diskutieren machte wirklich Spaß, aber vier Klassen in Folge
sind doch ein wenig viel des guten. (Wir sind ja keine Politiker die
ihre leeren Versprechen x-fach am Tag wiederholen können *eg*).
Nach der Mittagspause wurden wir, wie schon bei der ersten Klasse an
der High School, wieder von Schülern eingesammelt und zum
Klassensaal gebracht. Zu meinem Entsetzen hatte man hier eine
Videokamera aufgebaut und wollte unser Interview filmen. Etwas zögerlich
starteten wir dadurch, als jedoch nach keinen 5 Minuten die
Batterien der Kamera leer waren und man keinen Ersatz parat hatte,
verlief die Diskussion gewohnt lustig und interessant für beide
Seiten. Ich denke wir haben an diesem Tag bei einigen den Wunsch
erweckt, Deutschland einmal zu besuchen. (Vor allem für die 18-20 jährigen,
dank Timo).
Schließlich ist ein Großteil der Einwohner hier deutscher
Abstammung. (1850-1935 zogen unheimlich viele Deutsche nach
Wisconsin, Green Bay).
Erschöpft und mit trockener Kehle brachen wir danach auf, um im
College unsere letzte "richtige" Unterrichtstunde zu
besuchen. "Wiring System Design" mit Larry Huber. (Network
Class).
Am späteren Nachmittag brachen wir dann als Gruppe auf, da wir eine
Ranch besuchen wollten. Genauer gesagt die "Rock'n W
Ranch".
Wir besorgten noch schnell etwas zu trinken (dieses amerikanische
Wasserbier halt) und etwas zum Grillen. (Hamburger und Bratwurst +
Grünzeug).
Auf der Ranch angekommen gab es eine kleine Führung (ca. 90
Minuten). Die ganze Ranch diente nicht irgendwelchen
wirtschaftlichen Zwecken, sondern war ein Wunschtraum der Besitzer
gewesen, den sie sich verwirklicht hatten. So wurde das große Land
meist nur zum "Heu" Anbau verwendet, um Futter für all
die Tiere zu gewinnen. Es gab hier Pferde, Emus und Lamas.
Eine selbst für amerikanische Verhältnisse nicht gerade alltägliche
Zusammenstellung.
Ich hatte die Ehre ein Lama an der Leine durch die Gegend zu führen
und war damit die nächsten 30 Minuten beschäftigt, dem Tier klar
zu machen, dass es nicht die Ohren anwinkeln und mich betrachten
muss, als wolle es mich gleich bespucken.
Mit etwas süßem Klee gelang mir das dann schließlich und das Lama
war von meinem guten Willen überzeugt.
Dummerweise war es derart überzeugt, dass es nicht mehr von meiner
Seite weichen wollte, und ständig versuchte mein Gesicht
abzulecken. Was ich aber für mindestens genauso eklig hielt, wie
das bespuckt werden.
Da der Besitzer so aber seinen Tieren die Zuneigung zeigt, (er lässt
sich Küsschen geben) musste ich wirklich ganz schön aufpassen.
Auf der Ranch kamen zum Essen dann auch fast alle unsere
Hostfamilien und wir schmissen ein Lagerfeuer an. Dort wurde dann
nach amerikanischer Art und Weise gegrillt.
(Nachdem das Fleisch fertig war, warf man es in einen großen
Suppentopf mit siedendem Zwiebelwasser, - damit das Essen heiß
bleibt).
Im Vergleich zu einer deutschen Grillfete war das sicher was
anderes, aber wir wollten ja schließlich die amerikanische Kultur
(USA-Kultur?) kennen lernen.
Was aber definitiv keinem schmeckte, war das hiesige Bier. Da hätte
man auch das Zwiebelwasser trinken können,...
Der Abend wurde um das Lagerfeuer recht lang, da wir uns jeweils
viel zu erzählen hatten. Ich hielt den Tag damit für durchaus
gelungen, war aber doch froh, als ich zu Hause ankam.
Dort unterhielt ich mich noch weit über eine Stunde mit BJ, da wir
sonst kaum zum sprechen kamen. USA Bürger haben halt den ganzen Tag
was zu tun, aber wenn man so aufwächst, stört einen das gar nicht
mal. Man ist es schließlich gewohnt.
Todmüde verschwand ich dann in meinem Bett, aber BJ, die
normalerweise zwischen 9 PM und 10 PM schlafen geht, war noch viel müder
als ich. Was man ihr auch den ganzen folgenden Donnerstag anmerkte.
Ich beschloss daher, abends weniger mit der Familie zu reden, da es
nicht gerade angenehm ist, den ganzen Tag mit dem Einschlafen zu kämpfen.
Insbesondere als Lehrer kommt das nicht so gut. :o)
Es wird ja auch irgendwie am Tag mal die Möglichkeit zum Plaudern
zu finden sein, trotz des vollen Programms. *g* |
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Donnerstag, Präsentationen
und Sport.
Wie uns German beim Grillen Mittwoch Abend klar machte, durften
wir unsere Präsentationen nun einen Tag später halten. Er hatte
das am Lagerfeuer auf der Ranch schon alles mit einem der Lehrer
geregelt.
Naja, die Begeisterung war nicht gerade größer, aber dazu hatten
wir die Dinger in Deutschland ja schließlich auch gemacht.
Treffen war also im College im "Multi Cultural Center"
und dann ging es zu den Schülern. Diese hatten sich die
Gelegenheit ein paar deutsche Besucher beim Stottern zu bewundern
natürlich nicht entgehen lassen wollen, und waren zahlreich
angetreten. Zahlreich, d.h. jeweils zwei Klassen, die unsere Werke
bewundern wollten.
Um die Atmosphäre etwas leichter zu machen, gab es auch Frühstück.
Wie hier üblich mit einer Unmenge Donats. (Ich frage mich allen
ernstes, wie man so etwas essen kann. Die Donats die ich von zu
Hause kenne sind deutlich kleiner, aber sie schmecken! Die
amerikanischen hier sind groß und zäh wie Kaugummi, dazu noch
trocken. Ein Wunder, wie Homer Simpson diese Dinger in Unmengen
verschlucken kann. Ich hatte Mühe ein solches Teil zusammen mit
zwei großen Bechern (dünnem) Kaffee herunterzubekommen!) Ich aß
also wenig bis gar nichts und fühlte mich in Anbetracht der Masse
an Schülern etwas unwohl. Glücklicherweise war ich Nr.3 in der
Reihenfolge unserer Präsentationen und hoffte, dass die meisten
bis dahin eingeschläfert sein würden.
Aber erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt...
Timo und Christian hielten ihre Präsentationen wacker und sie
blieben recht standhaft. Natürlich würde es in deutscher Sprache
um einiges leichter sein (oder nach ein paar Wochen USA,...) aber
ich denke die beiden machten ihre Sache ganz gut.
Entgegen meiner Hoffnung schlummerten die Schüler aber gar nicht
weg, im Gegenteil, sie blieben mit voller Aufmerksamkeit dabei.
Anscheinend wollte man etwas von uns lernen und uns kennen lernen.
So wurden auch nach jedem Vortrag immer noch eine Menge Fragen
gestellt. Dadurch verzögerte sich die ganze Aktion derart, dass
der Unterricht zu Ende war bevor ich drankam. Leider nur der
Unterricht der ersten beiden Klassen, denn es strömten nach
kurzer Pause zwei weitere Klassen in den Saal.
Ich durfte meine Präsentation also vor "frischen Schülern"
vortragen, die damit erst recht aufmerksam zuhörten.
Ich denke ich habe mich auch recht tapfer geschlagen und bin auch
gar nicht so oft wie ich befürchtet hatte aufgrund irgendwelcher
Vokabeln stecken geblieben. Allerdings, da ich ja nun der einzige
war, gab es hinterher die längste "Frage-Antwortrunde"
von uns dreien, und ich stand in vorderster Front und verteidigte
die deutsche Ausbildung. (bzw. beantwortete Fragen, insbesondere
zu unserer eigenen Ausbildung).
Als die Stunde zu Ende war, waren wir alle unheimlich froh es
hinter uns zu haben :o)
Zur Entspannung arbeiteten wir etwas im CBL, bis es zu Paula Abbot
in die "Oral/Interpersonal Communications Class/Exchange"
Klasse ging, wo wir erneut eine Diskussionsrunde hatten. Die
Besonderheiten hier waren, dass jeder von vornherein ein
Namensschild hatte und wer eine Frage stellte oder beantwortete,
schwenkte dazu eine "USA" oder
"Deutschlandflagge" im Miniformat. Es handelte sich ja
auch um eine Kummunikationsklasse und wir beantworteten eine
Haufen Fragen zur deutschen Kultur und Lebensweise. :o)
Nach dem Mittagessen fuhren wir mit Charlie Hornet in ein Baseball
Trainingcenter und zur "Drivingranch", einem Golfplatz
mit Abschlagfläche zum üben.
In den Baseballboxen sollte man auf keinen Fall als Anfänger
"Softball" wählen, denn diese Dinger haben mit einem
deutschen Softball nichts gemein. Sie sind deutlich größer als
ein Baseball und auch um einiges härter/schwerer. Man kann sich
also das Gesicht des ersten Testers vorstellen, als der erste Ball
von der Maschine auf ihn zugeflogen kam. Wir anderen übten dann
das Schlagen mit den richtigen Bällen.
Mit steigender Übung und schnellerem Abwurftempo wurde man dann
auch zunehmend besser und traf immerhin 50% der ankommenden
Geschosse. Das ganze war aber auch recht anstrengend, was vor
allem Tobias zu schaffen machte. (Siehe Bildergalerie von Timo).
Das Golf gab uns dann den Rest, wir übten nur den Abschlag mit
jeweils einer Ladung Bälle. Ich kam meistens nicht sonderlich
weit, aber immerhin traf ich wirklich jeden Ball. Tobias hatte den
ein oder anderen Weitschuss dabei, aber seine Luftlöcher (zum Glück
lag am Abschlagplatz Kunstrasen...) ließen uns fast am eigenen
Lachkrampf ersticken :o)
Es machte alles
riesig Spaß, aber nach einem Durchgang hatten wir genug, da wir
Arme und Schulter nur zu deutlich spüren konnten. So ging es zurück
ins College, wo wir noch etwas im CBL arbeiteten, bevor es dann
mit den jeweiligen Lehrern oder German als Taxifahrer nach Hause
ging.
Am Abend führte ich
dann auch nur ein kurzes Gespräch mit BJ, da sie von gestern noch
sehr müde war, ebenso wie ich durch den Sport.
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