Mein Tagebuch

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Donnerstag, 21. September 2000 Top

 
Den heutigen Tag habe ich bisher recht nervös verbracht. Die letzten Besorgungen wurden im Laufe des Tages eingekauft und ansonsten alles für meine Abreise vorbereitet. So dass hoffentlich im Büro (und in meiner Everquest-Gilde) alles glatt geht.

Den frühen Abend habe ich bisher damit verbracht die bereitgelegten Klamotten in meine Koffer zu verpacken. Hoffentlich vergesse ich nicht zuviel. Laut Wetterbericht scheint sich der Herbst gerade in Wisconsin anzumelden. Ich werde also eher zu langen Hosen tendieren.

Die Pausen beim Kofferpacken habe ich bisher damit verbracht, mich mit TV oder einem Buch abzulenken, hatte mich dann aber entschlossen ein Gerüst für mein "Online-Tagebuch" schon einmal vorzubereiten und ins Netz zu stellen.

Vermutlich werde ich gleich, sobald ich im Flieger sitze, meine Familie vermissen. Schließlich ist es doch eine weite Reise. (Und Flugzeugen vertraue ich nicht so gerne, mal davon abgesehen dass ich eine relativ ausgeprägte Höhenangst besitze.) Aber ich denke es geht alles gut und ich werde vermutlich nach einer ca. 12 Stunden dauernden Flugreise ziemlich müde in den USA ankommen. Da wir gegen die Zeitzonen fliegen, und ich vor der Abreise auch bestimmt nur wenig oder überhaupt keinen Schlaf bekommen werde, wird der Nachmittag der Ankunft sicher hart. Ich bete jetzt schon, dass es keine großen Verspätungen geben wird.

Über die Emails aus den USA von meinen Gastfamilien und das Bild habe ich mich auch sehr gefreut, hatte ich doch selbst erst gestern die Namen und (Email-) Adressen erhalten. Scheinbar ist man drüben auch mindestens genauso gespannt wie ich hier.

Mehr vom Weg zum Flughafen und der Reise als solche gibt es dann sobald ich über dem großen Teich bin, und der erste Trubel sich gelegt hat.


 
Freitag, 22. September 2000 Top

 
Tja. Da bin ich nun. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. (Ab sofort muss ich statt "ü" das "ue" benutzen, da ich diese deutschen Zeichen nicht mehr auf der Tastatur habe...

Über die langen Reisen im Flugzeug möchte ich nicht viele Worte verlieren. Ich fliege nicht sehr gerne und war dementsprechend angespannt. Wobei ich froh war, dass unsere Zwischenstops in Amsterdam und Detroit jeweils nur ca. 3 Stunden betrugen. Es blieb also genug Zeit für eine Pause und dem Ein- Auschecken, während es gleichzeitig nicht langweilig wurde.

Der Flug über den großen Teich war natürlich der längste und an Schlafen war gar nicht zu denken. Zum einen war ich natürlich etwas aufgeregt, zum anderen saßen wir direkt vor der Leinwand für den Bordfilm. Das war schlimmer als die erste Reihe im Kino. Und es war so störend, dass ich nicht schlafen konnte.
Die Landung in Detroit war eine kleine Erlösung, und nun hieß es den Zoll zu passieren. Wir mussten allerlei dämliche Fragen beantworten, die wohl üblich sind. ("Haben Sie vor eine Straftat zu begehen? Nehmen Sie Drogen?") Natürlich auch ob wir etwas zu verzollen hätten. Aber außer 4 Tuben Senf war alles ok.
Spaßig war es Christian mit seinem "Englisch" anzusehen, da er wohl noch ein wenig ungeübter als ich ist. Es gab einige verwirrte Gesichter, aber schließlich schafften wir es dann doch alle über die letzte Grenze.
Der inneramerikanische Flug von Detroit nach Green Bay war dann recht einfach, fast so, als ob man in Deutschland in einen Bus umsteigt.

Direkt am Gate wurden wir dann von unseren amerikanischen Gastfamilien erwartet, sie hatten extra ein Banner mit Flagge ausgedruckt, auf dem "Willkommen nach Amerika" zu lesen stand. (hihi).
Es gab eine herzliche Begrüßung und wir stellten uns gegenseitig vor. Natürlich blitzte es auch ununterbrochen, da eine Menge Fotos gemacht wurden.
Der erste Eindruck der Familien war super, und auch die Englischkenntnisse schienen zu reichen, zumindest fuer's Erste.
Als das Gepäck eingesammelt war, ging es in ein nahegelegenes Hotel der etwas besseren Gattung, wo wir eine Kleinigkeit zu Essen und Trinken (ALE !!!) bekamen. Dort hielten wir uns den Nachmittag lang auf (es war ca. 16:00 Uhr Ortszeit, als wir gelandet waren).
Es gab kleine Ansprachen und ein paar Offizielle des NWTC (Northeast Wisconsin Technical College) waren auch gekommen, um uns zu begrüßen.
Mit meiner Gastfamilie besuchten wir ganz kurz ein Casino, aber nur um mal reinzugucken. Ja, Las Vegas scheint nicht weit. Die meisten Casinos hier werden von Indianerstämmen betrieben, die dafür sehr leicht eine Lizenz bekommen. Das soll wohl so eine kleine Art Wiedergutmachung von früher sein.

Draußen wurde es dann dunkel und unsere Wege trennten sich erst einmal. Jeder fuhr mit seiner Gastfamilie in Richtung Heimat, um das Haus und evtl. den Rest der Familie kennen zu lernen. Ich denke jeder von uns sah zu diesem Zeitpunkt bereits mehr wie eine lebende Leiche aus, da es nach deutscher Zeit schon wieder früher Morgen war. Und vor dem Abflug hatte kaum einer geschlafen.
Nachdem ich dem Ehemann und der Tochter meiner Gastfamilie vorgestellt worden war, beschlossen wir noch ein High School Football Team zu besuchen.
Da der Abend erst recht jung war (Ortszeit), und ich nicht mitten in den Jetlag geraten wollte, ging ich natürlich mit. So ein School Spiel wollte ich auch mal sehen, hatte ich ja bisher nur davon gehört und im TV gesehen.

Tja, die typischen amerikanischen "Tugenden" kamen dann auch hier zutage. Es waren eine Menge Zuschauer da (Teenager und Eltern) die dem Spiel beiwohnten. Außerdem die ca. 80koepfige Schulband und die Cheer Leader. (Es gibt auch dicke Cheerleader...)

Es war lustig dem Spiel zuzuschauen, ebenso wie die Amerikaner zu beobachten. Die meisten hier scheinen wirklich sehr sportbegeistert zu sein und feuerten ihr Team entsprechend an. Die "etwas verrückteren" deutschen Fußballfans, kann man gut mit den hier ansässigen Teenagern vergleichen.

Nachdem in der Halbzeit die Holztribüne teilweise zusammenbrach (so eine Konstruktion würde in Deutschland niemals zugelassen werden, mich wundert es, dass hier noch keine Schule in den USA verklagt wurde....), beschloss ich dann in besagter Halbzeit, die Heimreise anzutreten.

Ziemlich müde verschwand ich dann auch schnell im Bett. Für den kommenden Samstag hatte ich mir erst mal eine Fotosession des Hauses vorgenommen, denn es ist für deutsche Verhältnisse einfach riesig, mit riesigem Garten. Die wunderschöne Lage an einem großen Fluss (mit eigener Anlegestelle, einem Motorboot und einem Jetski) wäre in Deutschland gar nicht zu bezahlen.


 
Samstag, 23. September 2000 Top

 
Wie eigentlich nicht anders zu erwarten (Jetlag) verlief die erste Nacht recht unruhig. Gegen 3:00 Uhr Ortszeit (10:00 Deutschland) wachte ich dann zum ersten Mal auf und ein ständiges dösen, einschlafen, aufwachen, einnicken, aufschrecken bis ca. 10:00 Uhr war die Folge. Dann beschloss ich endgültig aufzustehen, da diese Art zu liegen sowieso nicht so erholsam war.
Während ich mich mit B.J. unterhalten habe und wir berieten, was wir heute unternehmen könnten, rief dann auch schon German (mein Ausbilder) an und fragte ob wir uns nicht alle um 13:00 Uhr treffen könnten, um gemeinsam den ersten Tag zu verbringen da er die ersten Eindrücke hören wollte und erfahren wollte, ob in den Gastfamilien alles ok ist. Da ich noch ziemlich erschlagen vom ganzen Flug war, und ein langsameres Programm mir recht kam, willigte ich ein.
B.J. brachte mich aber vorher noch zum "Farmer Market" und zum "Flew Market". Beides war so eine Art Flohmarkt, wo selbsthergestellte Dinge verkauft wurden. Im Gegensatz zu einem deutschen Flohmarkt handelte es sich aber um neue Produkte. Das meiste dabei drehte sich um Halloween. Neben einem ganzen Haufen Kitsch, waren auch lustige Dinge dabei. So manche "Mutter" wäre hier sicher gerne einmal bummeln gegangen. Veranstaltet werden diese Märkte hier meistens von Schulen, die dann die Standmiete und den Eintritt kassieren. Dafür hat man aber eine beheizte und trockene Halle über dem Kopf.

Kaum wieder zu Hause kam auch schon German um mich einzusammeln. Wir düsten fast sofort weiter und sammelten auch Tobias noch ein. Gefahren wurden wir dabei von Erik, dass war der Gastgeber von German. Nach einem kurzen Stop bei Eric fuhren wir dann alleine weiter und wollten Christian und Timo einsammeln. Nach einer längeren Suche fanden wir dann auch das Haus von Christian, und die Begriffe "wooden area / close to me" haben in Amerika wohl eine andere Bedeutung als in Deutschland...
Christian, der dem englischen wohl noch nicht so ganz gewachsen (oder einfach zu müde) war, konnte aber nicht mitkommen. Wie wir von seiner Hostfamilie erfuhren, hatte diese die komplette Verwandtschaft und Timo zum Abendessen eingeladen. Das waren dann so ca. 13 Gäste plus der 20jaehrigen Tochter und der ein klein wenig älteren Oma.
Also fuhren wir drei wieder zurück zu Eric, waren ja nur ein paar Meilen. (ca. 20). Für die hiesigen Verhältnisse also gar nichts.
Eric begleitete uns dann wieder ein wenig, um uns die Stadt zu zeigen und eine Kleinigkeit zu essen. Wir durchquerten ein kleines Einkaufszentrum, dass etwa doppelt so groß wie die Aschaffenburger City Galerie war. Im ganzen betrachtet gab es hier das gleiche zu kaufen wie in Deutschland, nur halt alles an einem Ort. Durch den starken Dollar ($) waren die Preise aber uninteressant. (39$ für ein etwas besseres T-Shirt, 24$ für ein "normales").
Nach der Einkaufstour ohne einzukaufen gab es einen kurzen Stop in McDonalds. Schließlich müsste die Theorie, dass dieses Zeugs überall auf der Welt gleich schmeckt, bewiesen werden.
Unser Fazit: "Everything in the USA is bigger then in germany. Just the BigMac has the same size..."
Aber geschmeckt (McDonalds schmeckt???) hat es fast wie zu Hause.
Direkt im Anschluss wollten wir dann etwas ordentliches zu beißen bekommen und besuchten eine der beiden Brauereien aus Green Bay.
Ich habe natürlich gleich 5 der Biersorten getestet, und sogar eine gefunden die halbwegs schmeckt. (Red Ale). Als Abendessen haben wir eine Spezialität des Hauses probiert, "Beer Cheese Soup". Das ist eine Suppe mit einer Menge geschmolzenem (fettigen) Käse, nur dass man statt Wasser für die Suppe frisch gebrautes Bier verwendet...
Aber man konnte das Zeugs tatsächlich essen. Es sah zwar sehr merkwürdig aus, stank nur nach Bier, aber es schmeckte tatsächlich. (Als Deutscher, der sowieso viel Bier trinkt, fragt man sich, warum es das noch nicht daheim gibt... wo es doch schon immer wieder heißt, das Bier wäre das flüssige Brot...)
Nach dem Essen bummelten wir noch ein wenig, besuchten den Arbeitsplatz von Eric (er ist Anwalt in einer der größten Kanzleien in Green Bay.) und fuhren dann zu ihm nach Hause. Auch hier gab es wieder ein paar Bier (Becks). Der erste Abend war also recht lustig (es war keiner besoffen oder so was...).
Etwas später fuhren wir dann im dunklen in die Heimat (zu den Gastfamilien) wo ich mich noch ein wenig mit diesen unterhalten habe und mir das Haus mal genauer ansah. (Eine wirklich nette Ferienhütte... Siehe die Bilder in der Bildergalerie).
Dann ging es ab in Bett :o)


 
Sonntag, 24. September 2000 Top

 
Der Sonntag war wirklich lustig heute,
nach dem Aufstehen gab es gemeinsames Frühstück. Meine Gastfamilie kam gerade aus der Kirche wieder (mich hatte man ausschlafen lassen :o)
Sie machten ein "typisches amerikanisches Frühstück", d.h. es gab so eine Art Omelett mit viel süßem Sirup, dazu Kasslerfleisch und Bratkartoffeln (ungeschält). Um das ganze noch zu verfeinern konnte man es mit geraspelten Walnüssen überstreuen oder in Marmelade tauchen...
Wieder Erwarten schmeckte diese Zusammenstellung tatsächlich super, und dass obwohl B.J. von sich auch sagte, sie könne nicht kochen.

Direkt nach dem Frühstück wurde ich ins Auto eingeladen, da ich von meiner 2ten Gastfamilie, den Schoenebeck's auf eine ROAD RALLEY eingeladen worden war.
Dazu treffen sich VIELE Amerikaner in ihren Autos bei einem Autohändler der das ganze veranstaltet. In diesem Fall war es SATURN (die moderne Art von Trabies.... die Autos waren alle aus Plastik).
Ich traf dort meine Gastfamilie und Tobias, der aus welchen Gründen auch immer (*g*) auch eingeladen war.
Die Schoenebecks waren komplett angetreten, d.h. ihre beiden Söhne waren auch dabei. (Der ältere, 20J. wohnt in einer Art Studentenwohnheim).
Die beiden haben sich den ganzen Tag nur gebalgt. Ich meinte nur, als ich mal klein war, so 10 Jahre alt, hätte ich das mit meinem Bruder auch immer gemacht :o)
Ja, was ist eigentlich eine Road Rally?
Alle Teilnehmer treffen sich bei dem veranstaltendem Autohändler, und wie es sich für Amerika gehört, im ganz großen Stil. (ALLES in Amerika ist BIGGER THEN IN EUROPE -bis auf den BigMac, der ist genauso klein und eklig).

Dann bekommt man eine Menge Witze zu hören, wenn man wie wir als einziger KEINEN Saturn, sondern Mitsubishi fährt. Als nächstes bekommen alle Teilnehmer einen Zettel, mit der Strecke über
die die Rally gehen wird. Ebenso Aufgaben (Fragen) die es auf der Fahrt zu lösen gilt.
Der Zettel sieht dann zum Beispiel so aus:
0.0 Miles turn right.
3.5 Miles turn left.
3.8 Miles turn left.

What is the cold water church?
What is the wet street crossing?
4.4 Miles right
4.5 Miles straight ahead.
etc.

Wenn alles gut klappt, kommt man am Ende an einem Ort an, auf den einen Essen und Trinken erwartet. Dort gibt man seinen Zettel ab, auf dem hoffentlich alle Fragen richtig beantwortet sind. Dafür haben wir dann zum Beispiel für alle 6 Personen ein Mittagessen und 2 Tickets für den angrenzenden
Vergnügungspark bekommen.

Neben unzähligen Boxereien der beiden Schoenebecks Jungen und damit viel zu lachen für uns, haben wir uns dann mal beim Autoskooter gegenseitig umgefahren, in irgendwelchen tödlichen Karussells versucht unser Essen bei uns zu behalten, oder einfach nur "doofe" Fotos gemacht.
Wie für Amerika üblich, musste man bei jeder Gelegenheit unterschreiben, dass man egal was auch passiert, niemanden verklagen wird.

Nach dem Vergnügungspark haben wir dann gleich im Anschluss einen kleinen Zoo besucht, waren dort aber nicht sehr lange. Im Gegensatz zu Deutschland werden hier aber jeden Sonntag Tiere versteigert....(heute waren tropische Fische dran).
Auf dem Rückweg zur Wohnung, wo wir die beiden Söhne abliefern wollten, da sie ab 17:00 Uhr arbeiten mussten (im Kino...), kamen wir noch einmal an einem Minigolfplatz vorbei, der so groß war, dass jeder GOLFer in Deutschland vor Neid erblassen würde.

In der Auffahrt machten wir noch ein paar Bilder mit Selbstauslöser, die sicher unheimlich peinlich/lustig werden dürften... wir spielten nämlich das "Schoenebeck Selbstauslöser Spiel". D.h. wir mussten einen Parkcour laufen und rechtzeitig zum Foto wieder da sein... Bin mal auf die fertigen gespannt...

Den Nachmittag verbrachten wir dann bei der Gastfamilie von Tobias, wo der Vater (Er ist Vizepräsident einer großen Firma) für uns alle kochte. (Und der Mann könnte Koch sein, von Beruf! *schmatz*).
Nebenbei beobachteten wir im TV, wie die Green Bay Packers ihr eindeutig bestes Saisonspiel hinlegten und haushoch gewannen. Dementsprechend gut war die Stimmung.
Nach dem Verschnaufen, es war schon Abends, sind wir dann noch etwas bummeln gefahren. Man übertrage das mal auf Deutschland. Sonntag Abend und wir gehen einkaufen....

Na ja. Mehr gibt es dann morgen... :o)


 
Montag, 25. September 2000 Top

 
Montag....
Damit der erste Schultag.
Da ich etwas aufgeregt und nervös war, wachte ich entsprechend früh auf. (Ich hatte keine Uhr im Zimmer und keine eigene dabei).
Nachdem ich die Dusche einem Härtetest unterzogen hatte (hier ist alles irgendwie offen....man kann z.B. keine Tür abschließen, nur die Haustuer. Und die ist bis auf nachts eigentlich auch immer offen.
Den obligatorischen (europäischen) Kaffe bereitete ich mir dann auch gleich zu, und dann ging es auch schon auf zum College.
Dort angekommen wurden wir erst einmal im "Multi Cultural Center" begrüßt. Von dort aus ging es direkt in die Cafeteria, wo extra für uns ein Frühstück (Süßes Babzeugs und Donats -die deutschen Donats sind die besten,...Amerikaner können keine Donats machen, bahhh) vorbereitet worden war. Typisch amerikanisch, mit viel aufgeschäumten Kunststoff verpackt. Wir aßen zusammen mit dem Collageleiter und einem Haufen Lehrer. Dann wurde uns ziemlich viel an statistischen Daten über das College erzählt. Und zwar so viel, dass ich immer freundlich lächelnd recht schnell abgeschaltet hatte.
Anschließend startete dann die Collegetour, welche sich über fast den ganzen Tag, nur unterbrochen von einem Mittagessen in der "Kantine" hinauszog.
Tja, was soll ich zum College sagen. Es ist einfach riesig. Hier wird so ziemlich jeder Beruf geschult, vom Polizisten, über Truckfahrer bis hin zum Computerspezialist. Natürlich auch ein Haufen Handwerker, Architekten, Bauarbeiter. Eigentlich so ziemlich alles. Und das schönste davon ist, das College hat für jeden Beruf nur die modernste und beste Technik.
Allein für Neuanschaffungen in der Technik und der Ausrüstung werden hier jährlich 2.5 Millionen DM (eine gute Millionen US $) ausgegeben.
Lustig fand ich auch die vielen Computerraume. Allein 1.000 Computer stehen hier in "Open Computer Labs" für jeden bereit, der sie nutzen möchte. (400MHz Pentium). Man kann damit im Internet surfen (wie ich gerade) oder Selbstlernprogramme absolvieren. Schreibt man sich zum Beispiel für einen Office 2000 Kurs ein, zahlt man pro Programm das man lernt 30$, kauft die Bücher dazu (ca. 60$) und kann über das ganze Semester verteilt dieses Programm erlernen. Jeden Tag 7 Stunden lang, werden die Räume (derer gibt es hier ca. 20) von je einem Lehrer betreut. (Geöffnet ist das College von 06:00 bis 22:00 Uhr). Als besonderes Bonbon kann man die erlernte Software für ca. 25$ im Schnitt im Anschluss kaufen. (Wenn man die Abschlussprüfung bestanden hat). Das komplette Microsoft Office 2000 Premium Edition kostet so zum Beispiel nur 30$. Ein Traumpreis... (dummerweise langt die Zeit nicht, dass ich mich dort einschreibe und z.B. einen Word Kurs absolviere und mir dann die Software kaufen könnte....)
Irgendwann nachmittags hatten wir dann auch den ersten normalen Unterricht. Wir waren in einem eben neu begonnenen Kurs (Attend Network Structures). Dabei liefen wir durch das College und bestaunten Token Ring Netzwerke (die nicht mehr benutzt werden) und die modernen Fieberglasleitungen für die "Teaching over Distance" Räume. 
ToD (so kürze ich das ab, hehe) ist nichts anderes, als Klassenräume, an denen jeder Sitzplatz mit einem Mikrofon ausgestattet ist. Kameras nehmen den Klassenraum auf und an der Wand sind mehrere riesige Fernseher angebracht. Mit Hilfe dieser Räume ist es möglich, über große Entfernungen via Live Video zu unterrichten, bzw. unterrichtet zu werden. (laut Stundenplan bin ich auch in einem solchen Kurs *schauder*).
Ein Raum mit ca. 20 Plätzen kostet ca. 40.000$. Eine hübsche Summe, wenn man bedenkt dass alle Räume zusätzlich noch mit Fiberglasleitungen verbunden werden müssen, damit es keine Zeitverzögerung gibt...
Den schulischen Abschluss des Tages bildete eine Einweisung in die "Open Computer Labs", so dass wir fortan hier auch schaffen können.
 

Nach der Schule sind wir fünf (meine 3 Kollegen und mein Ausbilder), sowie 2 Gastfamilien dann noch zu mir "nach Hause" gefahren, wo wir zum Abendessen eingeladen waren. Es wurde fleißig gefuttert (Heiße Maiskolben mit Butter und Salz schmecken fantastisch) und anschließend reisten die einzelnen Familien dann ab und ich verschwand erschöpft in meinem Bett.

Dienstag, 26. September 2000 Top

 
Dienstag, erster regulärer Schultag nach Stundenplan.
Heute schaffte ich es, genau rechtzeitig um 06:30 aufzuwachen. (Ich habe mittlerweile eine Wanduhr, aber ohne Weckfunktion). Das war auch genau die Zeit, zu der ich sowieso aus den Federn musste.
Bereits im leichten Alltag huschte ich ins Bad, duschte, rasierte mich und ging dann nach oben. Dort kochte ich mir meinen alltäglichen "Guten Morgen" Kaffee und entdeckte eine dieser amerikanischen Tassen mit Deckel und Trinkloch. (So eine, die den Kaffee auch warm hält.)

Mit frischen, heißen Kaffe ausgestattet, ging es dann zusammen mit B.J. erneut Richtung College. Das "lockere" Collegeleben war nun ja vorbei, da die Vorstellungsrunde zu Ende war. Ab heute heißt es dann, wie alle anderen Amerikaner auch zu büffeln.
Der erste Kurs des Tages lautete dann "Network Administration Class", was eigentlich ganz gut in mein Berufsbild passen sollte. Der Lehrer, Larry Huber, scheint auch recht viel Erfahrung auf seinem Gebiet zu haben.
Wir rannten im gesamten Network Unterricht quer durch die Schule und verschafften uns einen Überblick, nach welchem (Chaos-) System diese vernetzt war. Das war recht interessant anzuschauen, da die Schule in kürzester Zeit von 200 vernetzten Rechnern mit Internetzugang auf ca. 1.500 Rechner angewachsen war. Dementsprechend chaotisch sah das ganze aus, und man war gerade damit beschäftigt dieses Chaos nun einmal genauer zu untersuchen und aufzulösen.
Die zweite Klasse, war Zeichnen. Meinen Versuch ein menschliches Auge mit allen Merkmalen zu zeichnen, scanne ich vielleicht bei Gelegenheit mal ein (hihi).
Die nächste Klasse war Grafikdesign, wir arbeiteten an brandneuen MAC PCs mit Adobe Photoshop. Es ging zwar schnell und der Lehrer ist genau das, was man sich unter einem zerstreuten Professor vorstellt, aber es machte Spaß.
Die Stunde danach klang sehr spaßig, war es aber eher nicht. Wir hatten Attend Web Design, was mit dem gleichen zerstreuten Professor aber eher eine Qual war. Außerdem gab es nichts neues dabei für mich.
 
Mittwoch, 27. September 2000 Top
 
Mittwoch, Diskussionstag im College und in der West High School.
Was das bedeutet?
Nunja. Die erste Klasse die wir heute besuchen sollten, erwartete gespannt unsere Präsentationen. (Powerpoint Präsentationen über die Ausbildung in Deutschland "Duales System", Die Ausbildung in unserer Firma "Schneider Electric" und einmal unseren speziellen Fall betrachtet.
Da es unter uns Azubi's nicht gerade Mode ist jeden Tag auf englisch vor einer versammelten Mannschaft eine Präsentation zu halten, waren wir auch eher wenig begeistert.
Mit viel Überredungskunst brachten wir unseren Ausbilder dazu, das ganze zu verschieben. (Wir hofften für immer, aber daraus wurde nichts).
So kam es, dass aus der geplanten Präsentation (die wir mit der Begründung "Ups? Heute??? Ähm...ich bin nicht vorbereitet, es ist ewig her,...blabla" verschoben hatten) eine Diskussionsrunde werden sollte. Wir stellten uns als 5er Gruppe den amerikanischen Schülern und beantworteten alle möglichen und unmöglichen Fragen. ("Sprecht Ihr zu Hause mehr deutsch oder englisch?")
Es gab typische Schülerfragen, wie nach der Altersgrenze zum Alkohol trinken und die Unterschiede zwischen USA und Deutschland... aber auch speziell von den Schülern im Unterricht besprochene Sachen.
Diese Diskussionsrunde hat tatsächlich Spaß gemacht, und ich denke beide Seiten hatten einiges davon. Im Gegensatz zu deutschen Klassen stellten die Schüler hier auch Fragen, von zu Hause kenne ich da meistens nur eine schweigende Runde im Klassensaal...
Nach dieser Stunde ging es weiter in eine kleine Marketingklasse, in der eine entsprechende Diskussion wie eben vorgesehen war.
Wir beantworteten im Schnitt die gleichen Fragen wie gerade schon einmal, hatten aber wieder Spaß. :o)
Nach dieser Klasse brachen wir direkt im Anschluss an die "West High School" auf, auch hier sollten wir uns zwei Klassen mit High School Schülern stellen und eine Diskussion führen.
Die Schule hier sah original aus wie in den typischen amerikanischen Fernsehserien oder Spielfilmen. (Damit meine ich nicht die Art von Schule, die total heruntergekommen wirkt und nur mit Polizeischutz den Betrieb aufrecht erhalten kann...)
Es gab diese netten bunten "Locker" auf den Gängen und Platz genug für die Schüler gab es auch.
Auch war hier keine Kleiderordnung Pflicht, wie es wohl vorwiegend an Privatschulen der Fall ist. So rannten auch hier eine Menge Leute ohne Socken und nur mit Latschen rum.
Die Schüler selbst waren dann auch wieder sehr gesprächig und an einem Austausch mit uns interessiert. Wir bekamen auch langsam Übung und wiederholten unsere Antworten.
Seltsamerweise (?) wurde die Alkoholfrage auch hier wieder gestellt, ebenso ob alle deutschen Leute wirklich denken, dass alle Amerikaner fett wären. (Es gibt hier schon eine Menge dicke Leute, deutlich mehr als in Deutschland, aber dennoch ist die Mehrheit der Menschen hier "normal" *g*).
Allgemeines Entsetzen löste auch hier wieder der Spritpreis in Deutschland aus. Die Leute aus Green Bay leiden auch schon furchtbar unter den 1.60$ pro Gallone Benzin. Man hatte auch hier einen drastischen Anstieg im Ölpreis hinter sich. Dennoch ist der Preis für Deutschland ein Traum,...
Die Schüler waren wirklich sehr nett und offen, wir hätten wohl noch länger diskutieren können, aber die Stunde war schnell vorbei und wir sollten nach einer kurzen Mittagspause in die nächste Klasse hüpfen.
Das Diskutieren machte wirklich Spaß, aber vier Klassen in Folge sind doch ein wenig viel des guten. (Wir sind ja keine Politiker die ihre leeren Versprechen x-fach am Tag wiederholen können *eg*).
Nach der Mittagspause wurden wir, wie schon bei der ersten Klasse an der High School, wieder von Schülern eingesammelt und zum Klassensaal gebracht. Zu meinem Entsetzen hatte man hier eine Videokamera aufgebaut und wollte unser Interview filmen. Etwas zögerlich starteten wir dadurch, als jedoch nach keinen 5 Minuten die Batterien der Kamera leer waren und man keinen Ersatz parat hatte, verlief die Diskussion gewohnt lustig und interessant für beide Seiten. Ich denke wir haben an diesem Tag bei einigen den Wunsch erweckt, Deutschland einmal zu besuchen. (Vor allem für die 18-20 jährigen, dank Timo).
Schließlich ist ein Großteil der Einwohner hier deutscher Abstammung. (1850-1935 zogen unheimlich viele Deutsche nach Wisconsin, Green Bay).
Erschöpft und mit trockener Kehle brachen wir danach auf, um im College unsere letzte "richtige" Unterrichtstunde zu besuchen. "Wiring System Design" mit Larry Huber. (Network Class).
Am späteren Nachmittag brachen wir dann als Gruppe auf, da wir eine Ranch besuchen wollten. Genauer gesagt die "Rock'n W Ranch".
Wir besorgten noch schnell etwas zu trinken (dieses amerikanische Wasserbier halt) und etwas zum Grillen. (Hamburger und Bratwurst + Grünzeug).
Auf der Ranch angekommen gab es eine kleine Führung (ca. 90 Minuten). Die ganze Ranch diente nicht irgendwelchen wirtschaftlichen Zwecken, sondern war ein Wunschtraum der Besitzer gewesen, den sie sich verwirklicht hatten. So wurde das große Land meist nur zum "Heu" Anbau verwendet, um Futter für all die Tiere zu gewinnen. Es gab hier Pferde, Emus und Lamas.
Eine selbst für amerikanische Verhältnisse nicht gerade alltägliche Zusammenstellung.
Ich hatte die Ehre ein Lama an der Leine durch die Gegend zu führen und war damit die nächsten 30 Minuten beschäftigt, dem Tier klar zu machen, dass es nicht die Ohren anwinkeln und mich betrachten muss, als wolle es mich gleich bespucken.
Mit etwas süßem Klee gelang mir das dann schließlich und das Lama war von meinem guten Willen überzeugt.
Dummerweise war es derart überzeugt, dass es nicht mehr von meiner Seite weichen wollte, und ständig versuchte mein Gesicht abzulecken. Was ich aber für mindestens genauso eklig hielt, wie das bespuckt werden.
Da der Besitzer so aber seinen Tieren die Zuneigung zeigt, (er lässt sich Küsschen geben) musste ich wirklich ganz schön aufpassen.
Auf der Ranch kamen zum Essen dann auch fast alle unsere Hostfamilien und wir schmissen ein Lagerfeuer an. Dort wurde dann nach amerikanischer Art und Weise gegrillt.
(Nachdem das Fleisch fertig war, warf man es in einen großen Suppentopf mit siedendem Zwiebelwasser, - damit das Essen heiß bleibt).
Im Vergleich zu einer deutschen Grillfete war das sicher was anderes, aber wir wollten ja schließlich die amerikanische Kultur (USA-Kultur?) kennen lernen.
Was aber definitiv keinem schmeckte, war das hiesige Bier. Da hätte man auch das Zwiebelwasser trinken können,...
Der Abend wurde um das Lagerfeuer recht lang, da wir uns jeweils viel zu erzählen hatten. Ich hielt den Tag damit für durchaus gelungen, war aber doch froh, als ich zu Hause ankam.
Dort unterhielt ich mich noch weit über eine Stunde mit BJ, da wir sonst kaum zum sprechen kamen. USA Bürger haben halt den ganzen Tag was zu tun, aber wenn man so aufwächst, stört einen das gar nicht mal. Man ist es schließlich gewohnt.
Todmüde verschwand ich dann in meinem Bett, aber BJ, die normalerweise zwischen 9 PM und 10 PM schlafen geht, war noch viel müder als ich. Was man ihr auch den ganzen folgenden Donnerstag anmerkte. Ich beschloss daher, abends weniger mit der Familie zu reden, da es nicht gerade angenehm ist, den ganzen Tag mit dem Einschlafen zu kämpfen. Insbesondere als Lehrer kommt das nicht so gut. :o)
Es wird ja auch irgendwie am Tag mal die Möglichkeit zum Plaudern zu finden sein, trotz des vollen Programms. *g*
 
Donnerstag, 28. September 2000 Top
 

Donnerstag, Präsentationen und Sport.
Wie uns German beim Grillen Mittwoch Abend klar machte, durften wir unsere Präsentationen nun einen Tag später halten. Er hatte das am Lagerfeuer auf der Ranch schon alles mit einem der Lehrer geregelt.
Naja, die Begeisterung war nicht gerade größer, aber dazu hatten wir die Dinger in Deutschland ja schließlich auch gemacht.
Treffen war also im College im "Multi Cultural Center" und dann ging es zu den Schülern. Diese hatten sich die Gelegenheit ein paar deutsche Besucher beim Stottern zu bewundern natürlich nicht entgehen lassen wollen, und waren zahlreich angetreten. Zahlreich, d.h. jeweils zwei Klassen, die unsere Werke bewundern wollten.
Um die Atmosphäre etwas leichter zu machen, gab es auch Frühstück. Wie hier üblich mit einer Unmenge Donats. (Ich frage mich allen ernstes, wie man so etwas essen kann. Die Donats die ich von zu Hause kenne sind deutlich kleiner, aber sie schmecken! Die amerikanischen hier sind groß und zäh wie Kaugummi, dazu noch trocken. Ein Wunder, wie Homer Simpson diese Dinger in Unmengen verschlucken kann. Ich hatte Mühe ein solches Teil zusammen mit zwei großen Bechern (dünnem) Kaffee herunterzubekommen!) Ich aß also wenig bis gar nichts und fühlte mich in Anbetracht der Masse an Schülern etwas unwohl. Glücklicherweise war ich Nr.3 in der Reihenfolge unserer Präsentationen und hoffte, dass die meisten bis dahin eingeschläfert sein würden.
Aber erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt...
Timo und Christian hielten ihre Präsentationen wacker und sie blieben recht standhaft. Natürlich würde es in deutscher Sprache um einiges leichter sein (oder nach ein paar Wochen USA,...) aber ich denke die beiden machten ihre Sache ganz gut.
Entgegen meiner Hoffnung schlummerten die Schüler aber gar nicht weg, im Gegenteil, sie blieben mit voller Aufmerksamkeit dabei. Anscheinend wollte man etwas von uns lernen und uns kennen lernen. So wurden auch nach jedem Vortrag immer noch eine Menge Fragen gestellt. Dadurch verzögerte sich die ganze Aktion derart, dass der Unterricht zu Ende war bevor ich drankam. Leider nur der Unterricht der ersten beiden Klassen, denn es strömten nach kurzer Pause zwei weitere Klassen in den Saal.
Ich durfte meine Präsentation also vor "frischen Schülern" vortragen, die damit erst recht aufmerksam zuhörten.
Ich denke ich habe mich auch recht tapfer geschlagen und bin auch gar nicht so oft wie ich befürchtet hatte aufgrund irgendwelcher Vokabeln stecken geblieben. Allerdings, da ich ja nun der einzige war, gab es hinterher die längste "Frage-Antwortrunde" von uns dreien, und ich stand in vorderster Front und verteidigte die deutsche Ausbildung. (bzw. beantwortete Fragen, insbesondere zu unserer eigenen Ausbildung).
Als die Stunde zu Ende war, waren wir alle unheimlich froh es hinter uns zu haben :o)
Zur Entspannung arbeiteten wir etwas im CBL, bis es zu Paula Abbot in die "Oral/Interpersonal Communications Class/Exchange" Klasse ging, wo wir erneut eine Diskussionsrunde hatten. Die Besonderheiten hier waren, dass jeder von vornherein ein Namensschild hatte und wer eine Frage stellte oder beantwortete, schwenkte dazu eine "USA" oder "Deutschlandflagge" im Miniformat. Es handelte sich ja auch um eine Kummunikationsklasse und wir beantworteten eine Haufen Fragen zur deutschen Kultur und Lebensweise. :o)
Nach dem Mittagessen fuhren wir mit Charlie Hornet in ein Baseball Trainingcenter und zur "Drivingranch", einem Golfplatz mit Abschlagfläche zum üben.
In den Baseballboxen sollte man auf keinen Fall als Anfänger "Softball" wählen, denn diese Dinger haben mit einem deutschen Softball nichts gemein. Sie sind deutlich größer als ein Baseball und auch um einiges härter/schwerer. Man kann sich also das Gesicht des ersten Testers vorstellen, als der erste Ball von der Maschine auf ihn zugeflogen kam. Wir anderen übten dann das Schlagen mit den richtigen Bällen.
Mit steigender Übung und schnellerem Abwurftempo wurde man dann auch zunehmend besser und traf immerhin 50% der ankommenden Geschosse. Das ganze war aber auch recht anstrengend, was vor allem Tobias zu schaffen machte. (Siehe Bildergalerie von Timo).
Das Golf gab uns dann den Rest, wir übten nur den Abschlag mit jeweils einer Ladung Bälle. Ich kam meistens nicht sonderlich weit, aber immerhin traf ich wirklich jeden Ball. Tobias hatte den ein oder anderen Weitschuss dabei, aber seine Luftlöcher (zum Glück lag am Abschlagplatz Kunstrasen...) ließen uns fast am eigenen Lachkrampf ersticken :o)

Es machte alles riesig Spaß, aber nach einem Durchgang hatten wir genug, da wir Arme und Schulter nur zu deutlich spüren konnten. So ging es zurück ins College, wo wir noch etwas im CBL arbeiteten, bevor es dann mit den jeweiligen Lehrern oder German als Taxifahrer nach Hause ging.

Am Abend führte ich dann auch nur ein kurzes Gespräch mit BJ, da sie von gestern noch sehr müde war, ebenso wie ich durch den Sport.