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Mein
Tagebuch
Der Freitag begann dann doch eher
etwas stressiger. Ich hatte zwar meinen freien Tag, aber Joe und
seine Freundin mussten natürlich wieder zur Uni gehen. Amy um 9
Uhr und Joe um 10 Uhr.
So kam es, dass wir um halb neun aufgestanden sind und uns im
Badezimmer versucht haben frisch zu machen. Die beiden sahen
ziemlich zerknittert aus, und ich gehe mal davon aus, dass ich auch
nicht gerade den Spitznamen "Sunshine" an diesem Morgen
verdient hätte.
So brachten wir Amy nach Hause, wo sie in ihr eigenes Auto umstieg
und weiterbrauste. Joe brachte mich dann heim und erzählte etwas
davon, dass er nur im 10 in die Uni müsste da der Rest ausfallen würde
und fragte mich ob ich nicht Lust hätte "Ultimate
Frisbee" zu spielen. In einem Anfall geistiger Umnachtung (Ich
war eigentlich noch immer todmüde, hatte ja nur 4 Stunden
geschlafen) stimmte ich dem ganzen zu und wir verabredeten uns auf
Noon. (12 Uhr).
Ich checkte in der leeren Bude (alle waren ja arbeiten) kurz meine
Emails, verhalf dem Hund zur Erleichterung (ich ließ ihn in den
Garten) und legte mich dann hin. Richtig geschlafen hatte ich aber
nicht und gegen 12 rief mich Joe an, dass er in ca. 20 Minuten da wäre.
In der Zwischenzeit befreite ich meine Schuhe von der Zimmerdecke
und überlegte welchen Streich ich Ben dafür heute spielen könnte.
Wie es sich herausstellte hatte Joe den Unterricht heute ganz
"ausfallen lassen" und bis 12 geschlafen. Wir sind dann
erst mal zu "Storheims" Mittagessen gegangen und beschlossen dann
spontan aufgrund des sehr windigen Wetters zu shopen. So düsten
wir durch eine riesige (für Ami-Verhältnisse winzige) Einkaufszone
und verbummelten einen Haufen Zeit.
Im Anschluss besuchten wir eine alte Freundin von Joe. Wir schmissen
sie gegen 14 Uhr aus dem Bett (auch sie war in "The Bar"
gewesen...). Ich erlebte einen chaotischen Nachmittag, denn die
Familie (alleinstehende Mutter mit 2 Töchtern) erinnerte mich
irgendwie an eine amerikanische Fernsehserie. Für Joe war es hier
das 2te zu Hause und er nannte die Mutter seiner Freundin auch
"Mom".
Er alberte hier wohl schon seit Jahren rum, wie alte Fotos bewiesen.
Die Frau war übrigens 48, sah aber ehrlich aus wie 25. Ich hätte
sie fast mit ihrer Tochter verwechselt...(diese ist echt
amerikanisch nämlich ein wenig molliger :o)
Später, gegen 5 fuhr mich Joe dann wieder nach Hause, da er im Kino
arbeiten musste.
Ich war gerade mit Essen fertig und hatte begonnen Ben's Zimmer
komplett mit Klopapier einzubauen (ist eine amerikanische Tradition
hier, mehr dazu an anderer Stelle), als mich Chrisi, die Freundin
von Joe, zum Kino einlud.
So kam es, dass ich den Abend mit Ihr im Kino verbrachte und dort
meinen Spaß hatte.
Später zu Hause kam dann gegen 11 Uhr Ben mit 5 Mädels!!! (Hätte
ich von IHM nie erwartet :o). Eine davon war Austauschschülerin aus
Deutschland. Nachdem sich Ben von seinem Klopapier-Schock aus seinem
Zimmer erholt hatte (unter allgemeinem Gelaechter der Mädels),
spielten wir für den Rest des Abends "Pictionary", das
ist so eine Art Montagsmaler. Das ganze ging laaaange, so dass ich
mich gegen 2 Uhr von den fünf Mädels verabschiedete, da ich am
kommenden Morgen früh raus musste.
Dem Lärm nach ging es unten aber noch eine Weile rund... |
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Samstag, Door County. Kalt, Sturm,
und Schnee, aber grandiose Landschaften! |
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Sonntag, POWER OFF in DOWNTOWN
CHICAGO. Eine Großstadt ohne Strom und ich mittendrinnen! |
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Montag, Madison
Na ja, im Nachhinein betrachtet fand ich den Tag eher langweilig. Früh
Morgens brachen wir aus unserem Hotel in Madison auf und fuhren zum
Regierungssitz.
Dort trafen wir um 9 Uhr eine Delegation aus Hessen, mit Leuten aus
der Wirtschaft (VW) und verschiedenen Schulen. Auch unsere
Englischlehrerin (Melanie Back) war dabei.
Wir bekamen eine Führung durch das Regierungsgebäude (echt
beeindruckend) und kleine Anekdoten zu den einzelnen Räumen erzählt.
Beispielsweise gab es da einen ausgestopften Adler, mit einem Orden.
Die Geschichte dazu lautet, dass der Adler im Krieg als Kundschafter
eingesetzt wurde und dafür einen Orden bekam. Später starb er im
Keller eines Regierungsgebäudes an den Dämpfen eines
Reinigungsmittels, als dort renoviert wurde,....
Die gesamte Ausstattung war sehr prunkvoll mit viel echtem Gold.
Alles in allem sehr beeindruckend, für Fotos aber meistens nicht so
attraktiv, da fast überall gerade renoviert wurde.
Im Anschluss an das Capitol von Madison fuhren wir in das College,
wo alle Würdenträger begrüßt wurden und eine Menge Reden
gehalten wurden. (gähn). Als Abschluss gab es eine Führung durch
das College und die Firma Cisco, die mit diesem zusammenarbeitet.
Danach machten wir uns auf die 2 1/2 Stunden dauernde Rückfahrt.
Am Abend durfte ich dann noch meinen Rucksack von 55.000 Kilo
Tesafilm befreien, Ben's Antwort auf das Klopapier. Aber ich habe da
auch schon wieder eine Idee,.... |
| Dienstag, Präsentationen in der
Schule halten, Networking mit Larry Huber und Abendessen mit der
"Hessen Delegation in Appelton." Wir wurden hier ins
englische Kreuzfeuer genommen, aber wir waren auch mit der Kritik
nicht sparsam,... |
| Mittwoch, Golf am Vormittag, dann
Lunch mit einer anderen "Hessen Delegation" im College.
Anschließend große Einkaufstour für ca. 20 Mann mit fleißigem
Kochen (3 Stunden lang) für die Hostfamilien und andere gute
Freunde. Ich denke es war ein voller Erfolg und das Kartenspiel
"SPOON" wird sicher auch in Deutschland für eine Menge
Spaß sorgen. |
Donnerstag, vorletzter Tag (heul).
Stundenplantechnisch gab es heute nicht sooo viel. Ich musste auch
erst um 11 Uhr im College sein. Wir hatten erneut ein Lunch mit
einer deutschen Delegation und anschließend eine kleine Besprechung
mit Dick Hopfensberger und anderen Mitarbeitern des College die uns
noch einen Teil ihrer Planung (Netzwerk und Technik) für die
kommenden Jahre zeigten. (Vermutlich wollen sie uns anwerben, dass
sie noch Computerspezialisten brauchen, ließen sie mehrmals
durchblicken).
Anschließend besuchten wir mit der Klasse von Larry Huber (ein
klasse Lehrer) die Firma "Schneider National". Eines (wenn
nicht DAS) größte Transportunternehmen in den Staaten. Die dort
verwendete Technik für die Logistik war beeindruckend. Ich glaube
ich habe noch nie so viele, so teure und leistungsstarke
Rechensysteme auf einem Haufen gesehen. (Deswegen durfte man leider
auch keine Bilder machen).
Wenn ich nur 1% des Jahresbudgets dieser Computerabteilung bekommen
würde, bräuchte ich nicht mehr zu arbeiten... Allein die Software
für einen der verwendeten Server kostet ca. 1 Millionen Dollar.
Beeindruckend!
Am Abend gingen wir dann erneut ins "Jillians",
spielten Billard und Bowling und hatten Spaß, wenn auch meine
Stimmung aufgrund der baldigen Abreise recht getrübt war. Außerdem
hatte ich Halsschmerzen... Gegen 1 Uhr AM war ich dann zu Hause und
ging erst mal schlafen. |
Freitag, der letzte Tag. Es tut
richtig weh, wenn man daran denkt all die netten Leute (und seine
Hostfamilien) zu verlassen. Ich denke ich habe hier, nicht nur in
Joe und Ben (den beiden Schoenebeck Söhnen) gute Freunde getroffen.
Und die Entfernung ist groß, so dass man sich wahrscheinlich so
schnell nicht wieder sehen wird. Das ist ein Grund, der den Schmerz
nicht gerade lindert.
In der Schule gab es nur noch eine Klasse, wir besuchten Larry und
unterhielten uns über Deutschland und die USA, die verwendeten
Techniken und allgemeine Fragen rund um die beiden Kulturen.
Anschließend trafen wir viele Lehrer zu einem Abschlussessen. Nach
diesem Lunch gab es das "Exit Interview", wo wir alles erzählen
konnten was uns besonders gut gefallen hatte, oder was man eventuell
besser machen könnte.
Es war einfach eine großartige Zeit!
Nach dem Interview ging es nach Hause, wo es einen kurzen Fototermin
gab und ich anschließend mit Joe und Chrisi auf eine kleine
Geburtstagsfeier ging. Dort blieb ich auch bis 9 PM, dann ging es
zurück nach Hause, wo ich mich noch ein wenig mit Mike und Jan
unterhalten wollte. Gegen 11PM kam dann Ben nach Hause und wir
besuchten ein "Haunted House" das gerade heute den ersten
Tag geöffnet hatte. Diese Haunted Houses sind eine kleine
amerikanische Tradition zu Halloween. Man baut ein Spukschloss auf,
durch das dann die Besucher im Dunklen wandern müssen, während
Schauspieler (Schüler) mit Masken und Kostümen (SUPERTEILE! Sahen
so echt aus wie im besten Horrorfilm im Kino!) versuchen die
Besucher zu erschrecken.
Das Haus das ich mit Ben besuchte war angeblich eines der besten.
(Das ist auch gut möglich *g*).
Wir mussten an einem Bahnhof ein Zugticket kaufen und stiegen dann
in eine alte Wildwestbahn. Überall waren Spinnenweben (schauder)
und der Zug sah aus wie in einem Horrorfilm. Als die Fahr losging
(wir fuhren echt durch die Gegend, nix mit Effekten!) passierten
allerlei lustige Dinge. Untote liefen durch den Zug, überall kam
Rauch aus dem Wagon und draußen geschahen furchtbare Dinge!
(Autocrash, Beinahezusammenstösse mit anderen Zügen, Schiessereien
etc.) Und alles war super in Szene gesetzt!
Mit einem Rums (Zusammenstoss) endete dann die Zugfahrt und wir
waren mitten in der Prärie und musste durch das Haus um zum Ausgang
zu gelangen.
In den Fenstern tanzten Zombies und es dröhnte Rockmusik überall
herum. Klasse gemacht, kann mich da nur wiederholen. (Leider darf
man keine Bilder machen und die Kameras werden in Verwahrung
genommen.)
Im Haus selbst war es besser als in jedem vergleichbaren deutschen
Spuckschloss oder Geisterbahn die ich kenne. Es war stockdunkel, nur
verschiedene Stroboskoplampen erzeugten ein schaurigschönes
Blitzlicht und sorgten erneut für super Effekte.
Ständig sprangen Dinge oder Monster und lautem Geschrei aus den Wänden
und aus Nischen, man begegnete Untoten aller Art, Henkern, Vampiren,
Hexen und sonstigen Monstern. Ein einmaliges Erlebnis!!! Auch
Spiegelkabinette oder dieser Gang durch eine sich drehende,
flureszierende Trommel waren dabei. In der Trommel steht man immer
auf einem festen Steg, aber die menschlichen Sinne werden derart
gestört, dass man meint der Boden dreht und kippt sich.
Dementsprechend schräg läuft man und kämpft um sein
Gleichgewicht. Und obwohl man genau weiß, dass alles nur Illusion
ist, kann man sich nicht dagegen wehren. (Man könnte die Augen
schließen, aber dann hat man ja keinen Spaß mehr).
Kurzum ich war restlos begeistern und möchte die amerikanische
Halloween Tradition auch in Deutschland haben!
Nach diesem Abenteuer fuhren wir heim und spielten noch eine Stunde
Tischtennis im Keller, das Final Match sozusagen. Anschließend
redeten wir noch eine weitere Stunde und um 3 Uhr ging es dann zu
Bett. (Nachdem ich natürlich wieder einen Streich für Ben
eingebaut hatte. Mein Radiowecker übernachtete heute nämlich unter
seinem Bett, mit voller Lautstärke bereit um 6 Uhr zu starten. (15
Minuten bevor Ben normalerweise hätte ausstehen müssen.)
Leider verpasste ich seine Begeisterung an diesem Morgen, da ich
entgegen meiner üblichen Schlafgewohnheiten nicht aufwachte. (Na
ja, nach 4 bis 5 Stunden Schlaf in den letzten Nächten nicht so
ungewöhnlich.) |
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Samstag, Tag der
Abreise (heul)
Tja, als ich aufwachte war es ca. 7 Uhr (also 4 Stunden Schlaf)
und Ben war bereits zu seinem Konzert unterwegs. Allerdings hatte
er sich für den Wecker revanchiert und ich fand nun meinerseits
(wie er ein paar Tage zuvor) eine nette gekritzelte Nachricht auf
meinem Gesicht. Ich hätte schwören können, dass ich bei so was
normalerweise aufwache... Na ja. So hatte Ben wenigstens noch
seinen Spaß. Damit er aber nicht den letzten Punkt in unserem
"Privatkrieg" auf seiner Seite hatte, schleppte ich
seine 30 Kilo wiegende Matratze aus seinem Zimmer im ersten Stock
in den Keller. Ja, runter das geht leicht, rauf wohl nicht mehr so
gut,...hehe.
Und nun sitze ich hier, schreibe die letzten Tage und wünschte
ich könnte noch 1 oder 2 weitere Wochen bleiben.
Ich möchte noch nicht gehen, schon gar nicht fliegen. (Ich hasse
Fliegen... Flugangst).
Ich hoffe nur wirklich, dass sowohl die Familie Hathaway, als auch
Schoenebeck uns in Deutschland mal besuchen kommt. (Sommer 2001?).
Eingeladen sind sie auf alle Fälle, und ich würde mich riesig
freuen. Ebenfalls habe ich die Söhne (Ben-18- & Joe-22-
Schoenebeck, sowie Nathan Hathaway-20-) eingeladen mich in
Deutschland für ein paar Wochen zu besuchen, falls es nicht für
die ganze Familie möglich ist zu uns zu kommen. Hoffentlich
klappt das, das wäre echt super!
Nun breche ich auf, zu einem letzten Spaziergang. Die Sonne
scheint und ich kann vielleicht noch ein paar Bilder der Herbstbäume
machen, bevor ich in einer Stunde zum Flughafen fahren muss.
Mehr dann am Sonntag Abend deutscher Zeit, wenn ich wieder zu
Hause bin.
Rene
"Mark" Feierabend
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...to be continued...
Ich bin gerade die
fehlenden Tage anhand meiner Notizen und meines Gedächtnisses am
Nachschreiben. Nur Geduld, fast täglich füllen sich hier die Lücken :o)
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